| / 12.05.2009 / 09:38 / OTS0066 5 WI 0642 AIZ0001 | |

Berlakovich fordert Kontinuität in der GAP-Weiterentwicklung
Utl.: Lokalaugenschein mit Fischer Boel auf Salzburger
Milchviehbetrieb
Wien (aiz.info) - Landwirtschafts- und Umweltminister Niki
Berlakovich nutzte gestern Nachmittag die Gelegenheit,
EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer-Boel im Rahmen ihres
Konferenzbesuchs in Salzburg die Situation der österreichischen
Bauern vor Ort auf einem Milchviehbetrieb zu veranschaulichen.
Berlakovich erläuterte der Kommissarin dabei seine Grundsatzposition
zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2013, wobei er seinen Wunsch
nach "Kontinuität in der Weiterentwicklung der GAP" hervorstrich.
Doch auch die derzeitige Marktlage und andere aktuelle
Herausforderungen wurden im Rahmen des Gesprächs eingehend
thematisiert.
Weiterhin Zwei-Säulen-Modell gefordert
"Unsere bäuerlich strukturierte, nachhaltige Landwirtschaft muss
es weiterhin geben. Es ist wichtig, dass auch unsere Bauern in den
Berg- und benachteiligten Gebieten Perspektiven bekommen", so
Berlakovich nach dem Treffen gegenüber aiz.info. Dazu sei nicht nur
ein ausreichendes Agrarbudget, sondern auch die Aufrechterhaltung des
derzeitigen Politik-Modells mit erster und zweiter Säule -
Direktzahlungen und Ländliche Entwicklung mit Bergbauernprogramm,
Agrarumweltprogramm und Ausgleichszulage - über 2013 hinaus von
entscheidender Bedeutung. Fischer Boel signalisierte laut dem
Minister Unterstützung dafür, das Zwei-Säulen-System weiterzuführen.
Zudem zeigte sie großes Interesse für die derzeitige Situation der
österreichischen Landwirte und speziell der Milchbauern.
Transparenz in der Milch-Wertschöpfungskette
Man sei mit der Kommission auf einer Linie, dass es gelingen
müsse, den europäischen Milchmarkt noch mehr zu entlasten und zu
stabilisieren, etwa durch weitere Interventionsankäufe und
Exporterstattungen, berichtete der Minister. Im Hinblick auf die von
der EU-Kommission gestartete Untersuchung der Margen in der
Milch-Wertschöpfungskette meinte Berlakovich: "Es ist sicher wichtig,
dass wir dabei Transparenz erreichen. Die Bauern ärgern sich, dass
sie immer weniger bekommen und die Produkte trotzdem teuer bleiben."
Es sei wichtig zu ergründen, wohin das Geld gelange und wer daran
verdiene.
Die von ihm kürzlich gestartete Diskussionsoffensive "Zukunftsfeld
Bauernhof", die den Minister zu den Bäuerinnen und Bauern in allen
Bundesländern führt und auf großes Interesse stößt, habe bereits eine
Menge an Anregungen auch im Milchbereich gebracht, berichtete
Berlakovich. Für die Zeit nach dem Auslaufen der Quoten 2015 müsse es
jedenfalls Nachfolgemodelle in Form von Mengensteuerungs-Systemen
geben, so der Ressortchef.
Auch ökologische und soziale Kriterien in WTO verankern
Im Rahmen der Welthandelsorganisation sei zudem klarzustellen,
dass nicht nur der Preis entscheide, sondern auch ökologische und
soziale Kriterien, so Berlakovich. Die Anerkennung dieser Auflagen
sei entscheidend, um eine kleinstrukturierte, nachhaltige und
bäuerliche Landwirtschaft auch in Berg- und benachteiligten Gebieten
abzusichern. Österreich wolle zudem frei von gentechnisch veränderten
Organismen (GVO) bleiben und auch dies "sollte im Rahmen der WTO
berücksichtigt und nicht bekämpft werden", forderte der Minister. Er
sei derzeit dabei, gemeinsam mit anderen EU-Mitgliedstaaten eine
Allianz der gentechnikfreien Länder zu gründen. Ziel ist, dass die
Kommission ihr Regelwerk dahingehend ändert, dass jedes Mitgliedsland
selbst bestimmen kann, ob es GVO anbauen will oder nicht.
Positives Resümee aus Gespräch und IPC-Konferenz
Der Besuch von Fischer Boel sei wichtig gewesen, um der
Kommissarin die österreichische Position - speziell im Bezug auf
Berg- und benachteiligte Gebiete - darzulegen, damit auch in Zukunft
eine flächendeckende Landwirtschaft sichergestellt werden könne,
fasste Berlakovich zusammen.
Ein ebenso positives Resümee zog der Minister aus der Konferenz
"Countdown to Copenhagen: Climate Change, Agriculture and Global Food
Security" des International Food and Agricultural Trade Policy
Council (IPC). Dabei sei einmal mehr klar geworden, dass der
Klimawandel die Land- und Forstwirtschaft in Mitleidenschaft ziehe,
der Agrarbereich umgekehrt aber auch etwas zum Klimaschutz beitragen
könne, etwa durch die Bindung von CO2 und die Bereitstellung von
Biomasse zur Energiegewinnung. Ein fortschreitender Klimawandel
wiederum gefährde die Sicherstellung der Lebensmittel-Versorgung. Es
müsse mit den geeigneten Maßnahmen gelingen, die Landwirtschaft auch
in schwierigen Bereichen aufrechtzuerhalten, so der Minister, der
sich über das "wachsende weltweite Bewusstsein für diese
Herausforderungen" erfreut zeigte. Dieses Bewusstsein gelte es nun
weiter zu vertiefen und umzusetzen, betonte Belakovich auch im
Hinblick auf die in Kopenhagen im Dezember stattfindenden
Verhandlungen über ein Kyoto-Nachfolge-Abkommen.
(Schluss) leith
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