| / 05.12.2006 / 13:21 / OTS0190 5 WI 0812 IGM0001 CI | |

Jahreshauptversammlung der IG-Milch: 2007 wird das Jahr der
Milchbauern! - BILD
Utl.: Bilanz 2006: Milchpreissturz gestoppt, eigene Marke etabliert
und europäische Mitstreiter gewonnen.
Wien (OTS) - Vor mehr als 2000 Milchbäuerinnen und -bauern aus
ganz Österreich konnte am Sonntag der Obmann der IG-Milch Ewald
Grünzweil in der Boschhalle in Wels eine erfolgreiche Bilanz über das
abgelaufene Vereinsjahr ziehen.
So sorgte die IG-Milch bei REWE wieder für österreichische Butter im
Heidi-Gewand.
Vertreter der IG-Milch haben dutzende Versammlungen abgehalten,
Verhandlungen und Gespräche absolviert, mit dem Bundeskanzler genauso
wie mit Molkereidirektoren, Umweltorganisationen und
Arbeitervertretern..
Das Aufzeigen der Problematik fragwürdiger Rinderimporte, die
Bewusstseinsbildung über die Zerstörungskraft von Dumpingpreisen bei
Milch für die Kulturlandschaft und Gesellschaft und den Stopp des
Milchpreisverfalles verbucht die IG-Milch als ihren Erfolg. "Wir
haben die Milch zu einem gesellschaftlichen Thema gemacht!"
"Vor 2 Jahren haben wir Regalpreise von 59 Cent für Trinkmilch
hinnehmen müssen und weitere Senkungen angedroht bekommen, heute geht
es auch mit 75 Cent" so Grünzweil.
"Bei den Bauern kommen aufgrund unserer Arbeit 2 bis 3 Cent mehr
Milchgeld an, was sogar die Molkereileute bestätigen."
"Für das Jahr 2006 haben alle Experten einen Milchpreisverfall auf
22,5 Cent je kg vorausgesagt, weil das am freien Markt angeblich so
sein muss. Wir haben heute 28 bis 30 Cent. Mindestens 40 Cent
brauchen wir zum Überleben", schloss Grünzweil.
"40 Cent Milchpreis sind nicht Wunsch, sondern Notwendigkeit"
schlug Kammerobmann Leo Steinbichler aus Vöcklabruck in die selbe
Kerbe. "Wenn wir den Experten glauben, dass ein Betrieb nur mit mehr
als 50 Kühen überleben kann, dann müssen wir heute noch 40 000
Milchbauern beim Arbeitsmarktservice anmelden!" Der Konsument hat
Sorge um die Kulturlandschaft, die Bauern und die Arbeitsplätze, und
ist deshalb auch bereit, faire Preise im Handel zu bezahlen.
"Wir müssen dafür sorgen, dass der gerechte Lohn für die Bauernarbeit
auch bei uns ankommt!"
Über die erfolgreiche Einführung der Milchmarke "A faire Milch" zog
Projektleiter Ernst Halbmayr Bilanz: "Unsere Marke, die den Bauern 10
Cent mehr je Liter bringt wird deshalb zum Erfolg, weil wir das
Denken tausender Milchbauern neu ausgerichtet haben: Das edelste
aller Lebensmittel braucht einen fairen Preis". Die IG-Bauern können
mit ihrem unermüdlichen Einsatz glaubhaft vermitteln, dass nur mit
fairen Preisen die einzigartige Form der heimischen Milcherzeugung
gesichert werden kann. Mit A faire Milch ist bewiesen, dass der
Konsument nicht allein nach dem Preis kauft.
Für 2007 hat Halbmayr ein ehrgeiziges Ziel: "Wir wollen den Absatz
verdoppeln und A faire Milch zur bekanntesten Milchmarke in
Österreich machen!" Neben Spar, Zielpunkt, Nah&Frisch sowie
Unimarkt stellt auch die OMV seit letzter Woche bei 400
Tankstellenshops A faire Milch ins Regal. Damit ist A faire Milch
bereits in mehr Filialen erhältlich als jede andere bekannte
Trinkmilchmarke. Weitere Handelspartner sind bereits in Aussicht.
Vertreter von Milchbauern von der Finnischen Grenze über Schweden
bis nach Sizilien forderten in Grußworten zur Einigkeit. "Alle
europäischen Milcherzeuger stehen mit dem Rücken zur Wand! Wir müssen
dafür sorgen, dass das gegenseitige Ausspielen der Milchbauern durch
die Milchindustrie ein Ende hat!"
Roberto Cavaliere aus Italien:
"Wir können doch nicht ohne Bezahlung arbeiten! Mit dem
gemeinsamen Kampf um einen fairen Preis in einem fairen Markt muss
die desaströse Milchpolitik überwunden werden! Nirgendwo in Europa
gibt es derzeit einen Existenz sichernden Milchpreis"
Rudi Berli aus der Schweiz, Niels Lund aus Dänemark und Romuald
Schaber aus Deutschland bestätigten: "Wir wollen nicht moderne
Sklaven werden, wie die Kaffee- und Kakaobauern in der Abhängigkeit
von Industrie und Welthandel, deshalb werden wir gemeinsam unsere
Interessen durchsetzen!"
Zu diesen Interessen gehört der Anspruch, die Mengenregulierung bei
der Milcherzeugung in Bauernhand zu bekommen, wenn die europaweite
Milchquotenregelung fallen sollte. "Wenn die Molkereien an Stelle des
Staates bei der Mengenregulierung treten, kommen wir vom Regen in die
Traufe und es werden Milchbauern in den Seitentälern und Ungunstlagen
aus der Produktion gedrängt. Die Mengensteuerung gehört in
Bauernhand."
"2007 muss das Jahr der Milchbauern werden!", legte Gastreferent
Dr. Thomas Grupp aus Bayern die Stoßrichtung fest. Schließlich
stünden europaweit für den Werdegang der Milchbauern bedeutende
Entscheidungen an. In einer messerscharfen Analyse des europäischen
Milchmarktes zeichnete er Möglichkeiten für die Milchbauern auf, sich
aus der permanenten Abhängigkeit zu lösen.
"Zielgerichtetes Handeln, am Beispiel der IG-Milch muss letztlich zum
Erfolg führen". Andernfalls gibt es künftig Milch- und Molkereifreie
Zonen in Europa mit allen negativen Folgen für Kulturlandschaft,
Lebensmittelsicherheit und Arbeitsplätze.
Laut Grupp ist es auch legitim, sich beim Bemühen um bessere Preise
im Handel und bei der Milchindustrie auch einen Lieferstreik als
allerletzte Möglichkeit im Talon zu halten.
EU-Bauer Manfred Tisal, bekannt vom Villacher Fasching sorgte nach
den ernsten Themen für Heiterkeit: "Was früher Bauernvertreibung
hieß, nennt sich heute Agrarpolitik!"
Eine humorvolle, aber auch mit beißender Satire gewürzte
Kurzvorstellung schloss der Kärntner Kabarettist anerkennend: "Mit
Stolz werde ich Euer Leiberl von der fairen Milch tragen" Die
Stimmung im Saal war am Siedepunkt.
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Grünzweil Ewald
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Tel.: 07213 20 591
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